Menu
Grün / Parks / Straße / Straßenunterhaltung

Was ist eine wassergebundene Wegedecke?

Im Volksmund wird die wassergebundene Wegedecke auch als Schotterweg oder unbefestigter Weg bezeichnet. Wobei beide Namen ihr nicht gerecht werden. Haupteinsatzgebiete dieses Wegebaus sind Parks, Friedhöfe und Wälder – also vornehmlich in der Natur. Im Gegensatz zur Asphaltdecke wird mit der wassergebundenen Wegedecke keine Fläche vollständig versiegelt, sondern sie fügt sich optisch wie ökologisch in ihre Umgebung ein.

Die wassergebundene Wegedecke fügt sich optisch wie ökologisch in ihre Umgebung ein.

Ein besonderes Verhältnis hat sie zu Bäumen. Sie schmiegt sich über das Wurzelwerk und bricht im Gegensatz zu einer Asphaltdecke nicht auf. Deshalb kommen wassergebundene Wegedecken auch immer wieder im Stadtverkehr zum Einsatz. Zum Beispiel wenn Fuß- oder Radwege entlang einer Allee verlaufen. Dann sind sie die nachhaltige Alternative zur Asphaltdecke. Nachhaltig, weil es sich um ein langlebiges, wasserdurchlässiges, Naturprodukt handelt, mit dem Flächen nicht versiegelt werden. So sind Asphaltdecken in Naturschutzgebieten sogar verboten und stattdessen nur wassergebundene Wegedecken erlaubt – quasi aus der Natur in die Natur. Die Beschaffenheit ist Fußgänger, Jogger- und Radfahrer-freundlich. Auch an die Tierwelt wird gedacht. Der Belag heizt sich im Sommer nicht so auf, weil er Sonneneinstrahlung reflektiert statt absorbiert und sich deshalb niemand die Füße verbrennt.

Material und Einbau

Es gibt die verschiedensten Gesteingemische, die für den Bau zum Einsatz kommen. Zum Beispiel Kalk-Brechsand und Eisenkies. Sie unterscheiden sich in ihrer Farbe und in der Körnung. Bevorzugt wird aber Kalk-Brechsand eingesetzt. Das hängt mit der Körnung zusammen.

Der Einbau beginnt mit dem Aushub von ca. 40 cm Boden. Der Untergrund wird aufgelockert, planiert, begradigt und verdichtet. Der Einbau des natürlichen Rohstoffs erfolgt danach lagenweise. Denn jede Schicht wird verdichtet. Das kann per Hand oder maschinell geschehen.

Mithilfe des Besanders wird die Deckschicht gleichmäßig aufgetragen.

Die wassergebundene Wegedecke besteht letztendlich aus drei Schichten: Die Schottertragschicht bildet die erste Schicht und gibt dem ganzen Stabilität (Tragschicht), dann folgt die dynamische Schicht und die oberste Schicht bildet die Deckschicht aus dem feinsten Gestein. Zum Auftragen der Deckschicht wird in der Regel ein Besander eingesetzt. Mit ihm kann man die Deckschicht gleichmäßig auftragen.

Es wird immer dieselbe Menge des Materials auf den Weg gebracht.

Nachdem die Deckschicht gleichmäßig aufgetragen wurde, kommt eine Walze zum Einsatz. Durch ihren gleichmäßigen Druck fügen sich die verschiedenen Gesteinskörner ineinander und verdichten sich.

Fertig ist noch nicht fertig

Der Name ist Programm. Die wassergebundene Wegedecke braucht Wasser und wird deshalb bestenfalls im feuchten Herbst oder Frühling eingebaut. Wenn nicht, dann hilft Bewässern durch Menschenhand. Manchmal muss ein fertiggestellter Weg auch ein weiteres Mal mit einer Walze befahren werden.

Mit der Walze wird der Boden verdichtet.

Generell brauchen wassergebundene Wegedecke noch ein paar Wochen nach der vermeintlichen Fertigstellung, bis sie ihren erwünschten Zustand haben. Das passiert aber ganz automatisch dadurch, dass sie genutzt werden – also begangen oder von Fahrrädern befahren. Die größten Feinde kurz nach der Fertigstellung sind Traktoren, Lkw und Autos! Doch wenn sich eine wassergebundene Wegedecke einmal gesetzt hat, dann ist sie richtig fest und wird auch bei Regenwetter nicht zur Matschpiste.

Auch eine wassergebundene Wegedecke verschleißt mit der Zeit durch den natürlichen Abrieb oder es bilden sich Kuhlen. Dann kann sie aber im Gegensatz zu einer kaputten Asphaltdecke gerettet werden. Das verschlissene Material wird ersetzt, alles wieder aufgelockert und erneut verdichtet.

Fun-Facts

Zu den Brechsand-Gemischen zählt zum Beispiel die Grauwacke. Sie wird im nordrhein-westfälischen Lindlar im Bergischen Land abgebaut. Das regionale Produkt ist weltweit bekannt und gefragt. 
Die wassergebundene Wegedecke – Wie und warum wird sie aufgetragen?

Keine Kommentare

    Hinterlasse einen Kommentar