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Grün / Parks

Stille Orte in der City: Mönchengladbacher Stadtparks

In der Stadt leben und gleichzeitig ein wenig Ruhe genießen: Wer gerne im Grünen verweilt, muss dafür nicht einmal die Mönchengladbacher Innenstadt verlassen. Mit Geropark, Hans-Jonas-Park und Vituspark warten gleich drei Anlagen im Zentrum darauf, begangen zu werden. Ein Rundgang, bei dem man auch auf viel Geschichte und Kunst trifft.

Geropark

Los geht’s für Kollegin Silvana Brangenberg, die heute unsere Fotoredakteurin ist, und mich beim Amerikanischen Tulpenbaum am östlichen Eingang zum Geropark am Fuß von Münster, Rathaus und Citykirche. Die tulpenförmigen, grün-gelben und orangefarbenen Blüten des Baums spenden im Sommer Bienen und Schmetterlingen wertvolle Nahrung.

Unser Rundgang durch die Innenstadtparks von Gladbach beginnt im Geropark an der Stadtmauer.

Auf einer Fläche von 41.687 Quadratmeter oder 4,16 Hektar konkurrieren im Geropark Weiher, großzügige Rasenbereiche mit bunten Enzis als Sitz- und Liegegelegenheiten und der alte Baumbestand mit steinernen Zeugen der Stadtgeschichte: Der heutige „Turm am Geroweiher“ ist ein hufeisenförmiger Schalenturm des frühen 15. Jahrhundert. Er wurde 1589 als „Kompenturm“ oder „Kampenturm“ bezeichnet. Der Turm flankierte die anschließenden Stadtmauerabschnitte und sollte verhindern, dass sich Angreifer dem Stadtkern näherten.

So wirst du zum Enten- und Gänseretter

Fast jeder von uns wird es schon ein- oder mehrmals getan haben: Enten und Gänse füttern. Was auf den ersten Blick putzig für uns anzusehen ist, und dem Federvieh auch zu schmecken scheint, ist auf den zweiten Blick gar nicht so gut für die Tiere.

Der Geropark wurde zwischen Februar 1951 und 1957 auf den Trümmern der Altstadt vom städtischen Gartenamt angelegt. Beim Schlendern durch den Park fällt auf, dass hier die Eschen weniger vom Eschentriebsterben betroffen sind als andernorts wie etwa im Wald. Verursacht durch einen Pilz, bedroht das Triebsterben die Eschenbestände in ganz Europa. Der Pilz bildet seine Sporen am verrottenden Laub aus dem Vorjahr aus. Dies könnte auch der Grund sein, weswegen es den Eschen im Geropark recht gut geht: „Die Kollegen kehren hier ja regelmäßig das Laub weg“, vermutet auch mags-Arborist Hanno Müller.

Zwischen Geropark und Abteigarten liegen diese historischen Häuser.

Wir gehen den Park bis zum Ende durch, dort wo die Kinder sich auf dem 3354 Quadratmeter großen Spielplatz, den mags pflegt, austoben können. Zwischen Geropark und Abteigarten geht es dann ein Stück die Weiherstraße entlang. In den historischen Häusern, die sich an den zum Münster St. Vitus aufsteigenden Garten schmiegen, haben sich Restaurants und Dienstleister niedergelassen. Am Ende der Straße betreten wir den steilen Münstersteig, der uns entlang des Abteibergs viele Stufen hinauf führt an den Ort, an dem 974 alles begann: In diesem Jahr gründete Erzbischof Gero von Köln die Benediktinerabtei Gladbach und stiftete sie dem Heiligen Vitus. Mönchengladbach war geboren. Aus der ehemaligen Abteikirche geht die heutige Münsterbasilika St. Vitus als Wahrzeichen der Stadt hervor.

Wunderschön blüht im März die Magnolie unterhalb des Münsters.

Der terrassenförmige Abteigarten wurde um 1769 durch Abt Ambrosius Specht als barocker Gemüsegarten mit Baumalleen angelegt. Blutbuchen und Kastanien dominieren den Abteigarten bis zur unteren Mauer, die Teil der alten Stadtmauer ist. Teil des Abteibergs ist der Skulpturenpark, der Exponate internationaler Künstler beherbergt. Der Skulpturenpark ist Teil des Museums Abteiberg und der Skulpturenmeile, die sich vom Geroweiher über den Abteiberg bis zum Bunten Garten und wieder zurück über die Bettrather Straße, Sandradstraße, Alter Markt zum Geropark erstreckt.

Puh. Oben am Münster an der Abteistraße angekommen, schnaufen wir erst einmal kurz durch. 17 Meter Höhenunterschied sind es zwischen Geroweiher und Münster. Von hier oben ist der Blick auf den Geropark beeindruckend. Wir lassen ein wenig den Blick schweifen.

Die Blutbuche, die im Alten Abteigarten unterhalb der Propstei steht, ist mehr als 150 Jahre alt.

Und dann plötzlich sehen wir sie. Die riesige Blutbuche, die im Kleinen Abteigarten unterhalb der Propstei steht. Dieses Gebäude war das Hospital des Klosters und ist heute Sitz der Kirchengemeinde St. Vitus. Der Kleine Abteigarten wurde im vergangenen Jahr aufbereitet; bald soll er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eigentlich dürften wir also auch nicht hinein. Für unser Vorhaben, die City-Parks vorzustellen, macht Hausmeister Roland Gramsch eine Ausnahme. Die Blutbuche dominiert den knapp 900 Quadratmeter großen Garten, ihre Äste reichen weit über den unten liegenden Skulpturengarten. Eine Plakette zeichnet sie als „Naturdenkmal Nr. 6“ der Stadt aus. In diesem Jahr wird die wunderschön gewachsene Buche 153 Jahre alt. Wir gratulieren!

Hans-Jonas-Park

Wir verlassen die Heimat der Blutbuche und gehen am Museum Abteiberg vorbei zu unserem nächsten Park. Bislang war unser Weg durch die Parks und Gärten in der Innenstadt hauptsächlich von Stadtentstehung und -geschichte geprägt. Jetzt treffen wir mit dem Museumsbau auf die Kunst der Moderne und der Gegenwart. Hans Hollein konzipierte das Gebäude zwischen 1972 und 1982 als völlig neuartigen Museumsbau. Er gilt als einer der bedeutendsten und richtungsweisenden Gründungsbauten postmoderner Architektur in Deutschland.

Blick vom Hans-Jonas-Park auf das Haus Erholung sowie das Stiftische Humanistische Gymnasium.

Nur wenige Minuten später erreichen wir den Hans-Jonas-Park. Seit dem 16. Juni 1993 heißt so der ehemalige Berggarten, der 1905 als botanischer Garten angelegt wurde. Auf 18.479 Quadratmetern präsentieren sich zahlreiche alte Bäume, darunter eine mächtige Platane, deren Alter Hanno Müller auf 150 bis 200 Jahre schätzt. Es ist Frühjahr, als wir diese Tour unternehmen, und so blühen Scharbockskraut, Taubnessel und das Wilde Veilchen an den Wegerändern als dessen Boten.

Wege, Verbindungen, Erzählungen vom sich aufmachen und ankommen, das sind die zentralen Elemente des Hans-Jonas-Parks. Er ist die grüne Route von der Hindenburgstraße zu Volkshochschuleund Musikschule weiter unten. Begeht man ihn von dort, erreicht man das Haus Erholung am anderen Ende des Parks. Die Mönchengladbacher mögen den Park als Treffpunkt, denn es existieren ruhige Ecken zum ganz unter sich sein; an den offeneren Stellen gibt der Hans-Jonas-Park den Blick auf den Sonnenhausplatz mit den Seven Donkeys frei. Die Installation der US-Künstlerin Rita McBride greift übrigens ebenfalls die Wege der Menschen durch die Stadt auf.

Vituspark

Über den Spatzenberg, die Bleich- und dann die Vitusstraße erreichen wir in einer knappen Viertelstunde den Vituspark. Die 17.970 Quadratmeter große Fläche, die früher als Grünanlage Südpark bekannt war, ist eine ruhige Oase nicht nur für die Hundebesitzer in der Nachbarschaft, die ihre Lieblinge auf der sicher eingezäunten, 2110 Quadratmeter großen mags-Hundewiese toben und spielen lassen können. Hingehen lohnt sich. Ahorn, Eiche und Robinie sind die dominierenden Baumarten – ein gewachsener Laubmischbestand, wie Hanno Müller es nennt. Wunderbar!

Der Vituspark war früher als Grünanlage Südpark bekannt.

Wir gehen einmal durch den Vituspark und verlassen ihn dann in östlicher Richtung. Über die Rheydter Straße und die Hittastraße sind wir nach zehn Minuten zurück am Ausgangspunkt unseres Rundgangs: dem Amerikanischen Tulpenbaum im Geropark am Fuß des Münsters – dort, wo alles begann.

Mit Baumspenden die Zukunft mitgestalten

Mit Ausgleichspflanzungen und Wiederaufforstungen kann mags einen Teil der geschädigten Bäume ersetzen. Die Natur hilft mit natürlicher Ansamung von jungen Bäumen. In vielen Städten und Gemeinden ist es für Bürger ein Anliegen, Bäume zu spenden und damit der Gesellschaft das zurückzugeben, was ihr der Klimawandel genommen hat. Auch die Mönchengladbacher können für einen Baum spenden und einen nachhaltigen Beitrag für ihre Stadt leisten. Spender können den Stadtteil für ihren Spendenbaum frei wählen. mags sucht dann die geeignete Baumart und den passenden Standort im Stadtteil aus. Jeder Spendenbaum ist auf einer digitalen Karte zu finden. Zudem erhalten Spender eine Urkunde und der Baum erhält auf Wunsch eine Plakette mit dem Namen des Spenders. Wer spenden möchte, füllt einfach den Spendenantrag unter www.mags.de aus und sendet ihn per Mail an service@mags.de oder per Brief an mags AöR, Am Nordpark 400, 41068 Mönchengladbach. Rückfragen zu dem Thema beantworten die Mitarbeiter des Servicetelefons unter 02161 49 10 10.

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