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GEM: 15 Nationen unter einem Dach

Mitarbeiter aus 15 Nationen arbeiten bei der GEM in festen Teams Hand in Hand. Ob bei der Müllabfuhr oder in der Straßenreinigung: Was für die Mannschaft zählt, ist Kollegialität, respektvolles Miteinander und Spaß an der gemeinsamen Arbeit.

Viliame Talemaisuva hatte den weitesten Weg nach Deutschland. Als die britischen Streitkräfte im Hauptquartier in Rheindahlen ihn 2001 als Mitarbeiter vor Ort haben wollten, machte er sich von den Fidschi-Inseln auf nach Mönchengladbach. Die heutige Republik Fidschi war bis 1970 britische Kronkolonie. 2013 verlassen die Briten das JHQ, der Fidschianer aber bleibt.

Viliame Talemaisuva ist gebürtiger Fidschianer und arbeitet seit 2014 bei der GEM als Lader. Foto: Susanne Jordans

Er ist mit einer Deutschen verheiratet, die beiden fühlen sich in Mönchengladbach wohl. Über eine Zeitarbeitsfirma findet er 2014 den Weg zur GEM. Er arbeitet als Lader bei der Müllabfuhr, wird 2018 von der GEM übernommen. Bei den Kollegen ist Viliame Talemaisuva, den alle nur Tuki nennen, nicht nur deswegen beliebt, weil er gerne gute Laune versprüht. Er ist einfach ein Pfundstyp. Nachdem er in Rente gegangen ist, will er in jedem Fall zurück auf die Fidschi-Inseln: „Ob meine Frau dann mitkommt oder nicht“, sagt er augenzwinkernd.

Eine tolerante Mannschaft

Victor Muojekwu flüchtete 2001 von Nigeria nach Deutschland und landete in Viersen. Dort lernte er seine erste Frau kennen, mit der er ein Kind hat. Die Ehe scheiterte; mit seiner zweiten Frau zog er nach Mönchengladbach. 2010 suchte er eine neue Anstellung, seine Zeitarbeitsfirma vermittelte ihn als Lader bei der Müllabfuhr. Ein Müllwagen ist immer von einem dreiköpfigen Mitarbeiterteam besetzt: Neben dem Fahrer gehören zwei Lader zur Mannschaft. 2013 stellt die GEM Victor Muojekwu fest ein. „Ich treffe hier auf ganz viel Toleranz, das ist so schön. Die Arbeit mit den Kollegen macht sehr viel Spaß“, sagt Victor Muojekwu.  

Victor Muojekwu ist seit 2010 als Lader bei der GEM beschäftigt. Foto: Susanne Jordans

Wir verstehen Fairness und Kollegialität als Schwerpunkte unserer Arbeit. Die Nationalität spielt für uns keine Rolle. Wir sind eine Familie. Gemeinsam sind wir die GEM.“

Soufian Oulad, Einsatzleiter für Müllabfuhr und Sperrmüll

Er ist selbst marokkanischer Herkunft und arbeitet seit 2015 bei der GEM. „Die Jobs bei uns sind sehr beliebt.“ Ein sicherer Arbeitsplatz, die Vergütung nach Tarif und die gute Betriebsstimmung sieht er hierfür als Gründe. „Wir kommen den Bedürfnissen unserer Kollegen wo es geht entgegen. So entspricht etwa eine eigens eingerichtete Stehtoilette muslimischen Hygienebedürfnissen“, sagt Soufian Oulad. Und bei Firmenfeiern gibt es immer einen separaten Grill sowie ein separates Speisenangebot, das beispielsweise halal, also für arabische Kollegen geeignet ist.

„Von den etwa 300 GEM-Mitarbeitern in den Bereichen Müllabfuhr und Wertstoffhöfe sowie Straßenreinigung und Winterdienst sind etwa 90 Prozent Deutsche. Daneben beschäftigen wir Kollegen aus Albanien, Großbritannien, Ghana, Griechenland, Italien, Marokko, Nigeria, Polen, Portugal, Republik Fidschi, Russische Föderation, Serbien, Türkei und Ukraine.“

Sabine Bügers, GEM-personalleiterin

Mit 31 Jahren Firmenzugehörigkeit ist Giovanni Casertano ein echtes GEM-Urgestein. Der Italiener fährt gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Schäfer die Straßen der Rheydter Innenstadt und angrenzende Bezirke ab, um sie sauber zu halten. Ihre Kleinkehrmaschine ist für die beiden Männer zum zweiten Wohnzimmer geworden.

Er ist ein echtes GEM-Urgestein: Giovanni Casertano ist seit 31 Jahren bei der GEM. Foto: Susanne Jordans

„Ich stehe um 4 Uhr in der Früh auf, bin um 5 Uhr auf dem Betriebsgelände. Erst einmal wird dann mit den Kollegen erzählt. Dann ist Abfahrtskontrolle: Ich überprüfe, ob mit der Maschine alles in Ordnung ist. Um 13 Uhr sind wir mit unserer Arbeit fertig“, schildert Giovanni Casertano seinen Arbeitsalltag. „Dann wird die Maschine noch sauber gemacht für den nächsten Tag“, ergänzt Peter Schäfer.

Der 56-jährige Giovanni Casertano ist Vater von fünf Kindern. Er kam mit zwei Jahren nach Deutschland, die Eltern waren aufgebrochen, um hier Arbeit zu finden. Nach Italien fährt er seit einiger Zeit nicht mehr, in Deutschland ist er zuhause. „Das einzige, was mich an Mönchengladbach mittlerweile stört ist, dass die Leute immer mehr Müll einfach auf den Boden werfen.“

Dawid Rucinski kommt aus Polen und unterstützt die Mannschaft seit 2010. Foto: Susanne Jordans

Die Kolonne als eingespieltes, funktionierendes Team

Dawid Rucinski ist Lader bei der GEM. Er ist seit 2010 mit an Bord. Ende 2006 kam er aus Polen nach Deutschland, wo bereits seine Mutter und eine Schwester lebten. In Polen hatte er nach seinem Militärdienst keinen Job gefunden. „Ich habe meine Familie in Mönchengladbach besucht und entschieden, zu bleiben. Ich mag meinen Job bei der GEM – immer draußen, immer unterwegs. Unsere feste Kolonne ist ein eingespieltes, funktionierendes Team.“ Im Fahrerhaus fühle er sich auch deswegen zuhause, weil sie sich alle drei so gut verstehen.

Seit 30 Jahren bei der GEM

Ebenfalls nationenübergreifend arbeiten Birol Bak und Carlos da Paz auf dem GEM-Wertstoffhof Luisental. Der Türke und der Portugiese sind seit 30 Jahren bei der GEM beschäftigt. Auf dem Wertstoffhof sind sie mit drei weiteren Kollegen ein eingefleischtes Team, das neben der Arbeit auch die Liebe zu Borussia eint – wie die Fanartikel im Aufenthaltsraum des Hofs verraten. „Wir verstehen uns alle sehr gut“, beschreibt Birol Bak die Arbeitsatmosphäre auf dem Hof: „Natürlich blafft man sich auch schon mal an, das ist dann aber schnell wieder vergessen.“

­­Das Team berät die Kunden, hilft ihnen bei der richtigen Sortierung der Wertstoffe und sorgt dafür, dass die Anlage einwandfrei funktioniert.

Hier war während des Corona-Lockdowns die Hölle los.“

Birol Bak, GEM-Mitarbeiter Wertstoffhof Luisental

Die Bürger hatten während des Corona-Lockdowns plötzlich Zeit zum Ausmisten – und nutzten für ihre zu entsorgenden Sachen intensiv die Angebote der beiden GEM-Wertstoffhöfe Luisental und Heidgesberg. Die Eltern von Birol Bak und Carlos da Paz kamen mit ihren Kindern in den 1970er Jahren auf der Suche nach Arbeit nach Deutschland. „Ich selbst habe erst in der Textilindustrie gearbeitet, dann in einer Gießerei, schließlich bei der GEM“, erzählt Carlos da Paz: „Hier bin ich angekommen.“

Carlos da Paz stammt aus Portugal. Seit 30 Jahren arbeitet er für die GEM. Am Wertstoffhof Luisental hilft er den Mönchengladbachern bei der richtigen Müllentsorgung. Foto: Susanne Jordans

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